Krebsrisiken beim Berner Sennenhund, frühe Tumorsymptome und häufige Krebsarten bei dieser Rasse sind wichtige Themen, über die jeder Berner-Besitzer Bescheid wissen sollte. Dieser sanfte Riese ist für seine Freundlichkeit und Treue beliebt, gehört aber leider auch zu den Rassen mit einem deutlich höheren Krebsrisiko, oft schon in jungen Jahren. Zu wissen, worauf man achten sollte und wie man seinen Hund im Alter richtig pflegt, kann die Lebensqualität und die Früherkennung erheblich verbessern.

A. Rasseübersicht

Berner Sennenhunde sind große, dreifarbige Arbeitshunde, die ursprünglich in der Schweiz als landwirtschaftliche Helfer und Zugtiere gezüchtet wurden. Sie wiegen in der Regel zwischen 32 und 52 kg, wobei Rüden größer als Hündinnen sind, und haben ein dichtes, doppeltes Fell. Ihr Temperament ist typischerweise:

– Sanft und liebevoll
– Loyal und menschenorientiert
– Im Allgemeinen ruhig, insbesondere als Erwachsene

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Berner Sennenhundes ist kürzer als bei vielen anderen Rassen und liegt oft bei etwa 7–9 Jahren. Dies liegt unter anderem daran, dass diese Rasse für ein hohes Krebsrisiko bekannt ist. Studien und Gesundheitsumfragen von Rasseclubs zeigen übereinstimmend, dass bösartige Tumore zu den häufigsten Todesursachen bei dieser Rasse zählen und oft in jüngerem Alter auftreten als bei vielen anderen großen Hunden.

Zu den häufigen genetischen Merkmalen mit gesundheitsrelevanten Aspekten gehören:

– Große Körpergröße (die bestimmte Krebsrisiken beeinflussen kann)
– Ein relativ kleiner Genpool in einigen Linien, der zum Risiko erblicher Krankheiten beiträgt
– Starke familiäre Häufung bestimmter Krebsarten in einigen Zuchtlinien

Das heißt nicht, dass jeder Berner Sennenhund an Krebs erkranken wird, aber es bedeutet, dass Besitzer besonders aktiv auf Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennung achten sollten.

B. Tumor- und Krebsrisiken für diese Rasse

1. Histiozytäres Sarkom

Das histiozytäre Sarkom ist eine der charakteristischsten und schwerwiegendsten Krebsarten bei Berner Sennenhunden. Dieser Tumor entsteht aus bestimmten Zellen des Immunsystems und kann folgende Organe befallen:

– Innere Organe (wie Milz, Leber, Lunge)
– Gelenke und Knochen
– Haut und Unterhautgewebe

Bei dieser Rasse wird histiozytären Karzinomen eine starke genetische Komponente zugeschrieben. In bestimmten Familienlinien tritt gehäuft das Auftreten mehrerer betroffener Hunde auf. Da sich diese Tumore schnell ausbreiten können, sind eine frühzeitige Erkennung und eine umgehende tierärztliche Untersuchung unklarer Symptome (wie Gewichtsverlust, Lethargie oder Lahmheit) so wichtig.

2. Lymphom (Lymphosarkom)

Das Lymphom befällt das Lymphsystem, einschließlich der Lymphknoten und inneren Organe. Bei Berner Sennenhunden kann es sich wie folgt äußern:

– Feste, vergrößerte Lymphknoten (unter dem Kiefer, vor den Schultern, hinter den Knien)
– Allgemeine Müdigkeit und Appetitlosigkeit
– Gewichtsverlust und verminderte Energie

Obwohl viele Hunderassen an Lymphomen erkranken können, zählen Berner Sennenhunde zu den Rassen mit einem insgesamt höheren Krebsrisiko, und Lymphome sind in dieser Gruppe eine häufige Diagnose. Es gibt möglicherweise erbliche Einflüsse, aber auch Umwelt- und Immunfaktoren spielen vermutlich eine Rolle.

3. Mastzelltumoren

Mastzelltumoren sind Haut- oder Unterhautkrebs (Subkutantumoren), die folgende Erscheinungsformen aufweisen können:

– Kleine oder große Knoten, manchmal rot oder juckend
– Massen, die ihre Größe oder Form verändern
– Läsionen, die ulzerieren oder bluten können

Jede neu aufgetretene Schwellung bei einem Berner Sennenhund sollte von einem Tierarzt untersucht werden, da das allgemeine Krebsrisiko dieser Rasse bedeutet, dass “abzuwarten, ob sie von selbst verschwindet” riskant sein kann. Mastzelltumore können sehr unterschiedlich bösartig sein, von niedrig bis hoch, und nur Untersuchungen (wie eine Feinnadelaspiration oder Biopsie) können den Unterschied aufzeigen.

4. Osteosarkom (Knochenkrebs)

Als große und schwere Hunderasse haben Berner Sennenhunde möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Osteosarkom, einen bösartigen Knochenkrebs. Am häufigsten betroffen sind:

– Die langen Knochen der Beine (insbesondere in der Nähe der Gelenke)
– Gelegentlich auch andere Knochen wie Rippen oder Kieferknochen.

Typische frühe Anzeichen sind:

– Plötzliche oder fortschreitende Lahmheit
– Schwellung über einem Knochen
– Schmerzen bei Berührung oder Benutzung der Gliedmaße

Die Größe und das schnelle Wachstum im Welpenalter tragen in Kombination mit genetischen Faktoren wahrscheinlich zu diesem Risiko bei großen und riesigen Hunderassen bei.

5. Weichteilsarkome und andere Tumoren

Berner können sich auch weiterentwickeln:

– Weichteilsarkome (Tumoren, die im Bindegewebe entstehen)
– Andere Hauttumore
– Seltenere Krebsarten der inneren Organe

Das Gesamtbild zeigt, dass diese Rasse, mehr als viele andere, eine Veranlagung zu bösartigen Tumoren aufweist, weshalb Wachsamkeit und regelmäßige tierärztliche Betreuung besonders wichtig sind.

C. Frühwarnzeichen, auf die Besitzer achten sollten

Eine Früherkennung beruht oft darauf, dass Sie kleine Veränderungen zu Hause bemerken. Obwohl keines dieser Anzeichen automatisch auf Krebs hindeutet, sind sie doch Gründe, Ihren Tierarzt zu kontaktieren, insbesondere bei einem Berner Sennenhund.

Knoten, Beulen und Hautveränderungen

Achten Sie auf Folgendes:

– Jede neu aufgetretene Beule, egal wo am Körper
– Vorhandene Klumpen, die:
– Schnell wachsen
– Form oder Textur verändern
– Werden rot, bilden Geschwüre oder beginnen zu bluten

Tipps zur Überwachung zu Hause:

– Streichen Sie einmal im Monat sanft mit den Händen über den gesamten Körper Ihres Hundes, einschließlich:
– Hinter den Ohren
– Unter dem Kiefer
– Achselhöhlen
– Leiste
– Entlang der Beine und des Schwanzes
– Notieren Sie Größe und Lage eventueller Beulen (Sie können ein Lineal verwenden und ein Foto machen).
– Lassen Sie jeden neu aufgetretenen oder sich verändernden Knoten von Ihrem Tierarzt untersuchen – gehen Sie nicht davon aus, dass es sich “nur um einen Fettknoten” handelt.”

Veränderungen von Gewicht, Appetit und Energie

Zu den relevanten Änderungen könnten gehören:

– Allmählicher oder plötzlicher Gewichtsverlust ohne Ernährungsumstellung
– Verminderter Appetit oder wählerisches Fressen bei einem Hund, der normalerweise gut frisst
– Verstärkter Durst oder Harndrang
– Ungewöhnliche Müdigkeit, geringeres Interesse an Spaziergängen oder Spielen

Da Berner Sennenhunde oft sehr gelassen sind, können subtile Verhaltensänderungen leicht übersehen werden. Wenn Ihr Hund länger als ein paar Tage “anders” wirkt, insbesondere wenn er älter als 5–6 Jahre ist, sollten Sie Ihren Tierarzt kontaktieren.

Mobilität, Schmerzen und Lahmheit

Mögliche Warnsignale:

– Hinken, das länger als ein oder zwei Tage anhält
– Schwierigkeiten beim Aufstehen, Treppensteigen oder Einsteigen ins Auto
– Lokalisierte Schwellung über einem Knochen oder Gelenk
– Jammern, Hecheln oder Abneigung gegen Berührungen in einem bestimmten Bereich

Während Gelenkerkrankungen bei großen Hunderassen häufig vorkommen, stellen auch Knochentumore und gelenksbedingte Krebserkrankungen ein Problem dar, weshalb anhaltende Lahmheit immer untersucht werden sollte.

Atmung, Blutungen und andere Warnzeichen

Weitere Symptome, die eine sofortige tierärztliche Behandlung erfordern:

– Anhaltender Husten oder Atembeschwerden
– Aufgeblähter Bauch, Unbehagen bei Berührung des Bauches
– Unerklärliche Nasenbluten oder andere ungewöhnliche Blutungen
– Erbrechen oder Durchfall, der länger als ein oder zwei Tage anhält, insbesondere in Verbindung mit Lethargie
– Blasses Zahnfleisch oder plötzlicher Kollaps (Notfallsituation)

Im Zweifelsfall sollten Sie lieber Ihren Tierarzt kontaktieren. Gerade bei Berner Sennenhunden kann eine frühzeitige Untersuchung einen entscheidenden Unterschied hinsichtlich der Behandlungsmöglichkeiten und des Wohlbefindens ausmachen.

D. Überlegungen zur Pflege älterer Berner Sennenhunde

Da viele Berner Sennenhunde bereits im Alter von etwa 6–7 Jahren (manchmal auch früher) als “Senioren” gelten, überschneiden sich Krebsrisiko und altersbedingte Veränderungen häufig.

Wie sich das Altern auf diese Rasse auswirkt

Zu den häufigsten Veränderungen im höheren Alter gehören:

– Langsamerer Stoffwechsel und Neigung zur Gewichtszunahme
– Zunehmende Gelenksteife oder Arthritis
– Verminderte Belastungstoleranz
– Höheres Risiko, Tumore oder innere Erkrankungen zu entwickeln

Regelmäßige Gesundheitschecks werden mit zunehmendem Alter Ihres Hundes immer wichtiger, nicht nur um Krebs zu erkennen, sondern auch um gesundheitliche Probleme frühzeitig zu identifizieren.

Ernährung und Körperzustand

Für ältere Berner Sennenhunde:

– Das Ziel sollte eine leicht schlanke Figur sein, mit einer sichtbaren Taille und Rippen, die man leicht fühlen, aber nicht sehen kann.
– Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über Folgendes:
– Ernährung für Senioren oder gelenkschonende Diäten
– Angemessene Kalorienzufuhr für die aktuelle Aktivität
– Besondere Ernährungsbedürfnisse bei Vorliegen anderer Erkrankungen

Übergewicht kann:

– Erhöhte Belastung der Gelenke
– Kann möglicherweise bestimmte Krankheitsrisiken beeinflussen
– Verringerung der allgemeinen Mobilität und Lebensqualität

Anpassungen bei Bewegung und Aktivität

Aktivität bleibt wichtig, auch für ältere Berner Sennenhunde:

– Tägliche Spaziergänge in einem angenehmen Tempo
– Sanftes Bergwandern oder Schwimmen (sofern Ihr Tierarzt zustimmt)
– Geistige Förderung (Lernspielzeug, Auffrischungsübungen, Nasenarbeit)

Vermeiden:

– Plötzliche, intensive körperliche Anstrengung
– Aktivitäten mit hoher Belastung, die die Gelenke beanspruchen

Achten Sie auf Anzeichen von Überanstrengung wie starkes Hecheln, Zurückbleiben oder anhaltende Steifheit im Anschluss und passen Sie Ihre Maßnahmen entsprechend an.

Gelenkpflege, Schmerztherapie und Gewichtskontrolle

Ältere Berner Sennenhunde leiden häufig unter Gelenkbeschwerden. Besprechen Sie Folgendes mit Ihrem Tierarzt:

– Sichere Schmerzmanagementstrategien
– Gelenkunterstützende Nahrungsergänzungsmittel oder Diäten (falls angebracht)
– Umweltveränderungen wie:
– Rutschfeste Teppiche
– Rampen oder Treppen zu Möbeln oder Autos
– Orthopädische Matratzen

Für ältere Hunde werden häufig halbjährliche tierärztliche Kontrolluntersuchungen empfohlen. Ihr Tierarzt schlägt Ihnen möglicherweise Folgendes vor:

– Regelmäßige Blutuntersuchungen
– Urinanalyse
– Bildgebende Verfahren (wie Röntgen oder Ultraschall), falls angezeigt
– Screening auf häufige alters- und rassebedingte Probleme

E. Allgemeine Tumorprävention und Gesundheitsförderung

Nicht alle Krebsarten lassen sich verhindern – insbesondere nicht bei einer prädisponierten Rasse –, aber die Förderung der allgemeinen Gesundheit kann dazu beitragen, einige Risikofaktoren zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit zu verbessern.

Ein gesundes Gewicht beibehalten

Wichtigste Strategien:

– Futterportionen abmessen statt nach Belieben füttern
– Wählen Sie eine hochwertige Ernährung, die für große, oft weniger aktive Erwachsene oder Senioren geeignet ist.
– Kalorienreiche Leckerlis einschränken; kleine Stücke oder gesunde Alternativen verwenden (sofern vom Tierarzt empfohlen)

Wenn Sie Ihren Berner Sennenhund schlank halten, können Sie die Gelenkbelastung verringern und die allgemeine Gesundheit verbessern.

Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und tägliche Pflege

Hilfreiche Gewohnheiten sind unter anderem:

– Gewährleistung des ständigen Zugangs zu frischem, sauberem Wasser
– Fütterung von ausgewogenem, vollwertigem Hundefutter (handelsüblich oder unter tierärztlicher Aufsicht selbst zubereitet)
– Vermeiden Sie übermäßige Essensreste, fettreiche Lebensmittel und alles Giftige.

Wenn Sie daran interessiert sind, Inhaltsstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien oder andere Nahrungsergänzungsmittel hinzuzufügen:

– Besprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrem Tierarzt, bevor Sie irgendetwas beginnen.
– Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass Nahrungsergänzungsmittel zwar die allgemeine Gesundheit unterstützen können, aber weder Krebs heilen noch eine medizinische Behandlung ersetzen.

Regelmäßige körperliche Aktivität

Regelmäßige, moderate Bewegung kann Folgendes bewirken:

– Hilft beim Erhalt der Muskelmasse
– Unterstützung der Herz-Kreislauf-Gesundheit
– Verbesserung des psychischen Wohlbefindens

Für Berner Sennenhunde sind mehrere kurze Spaziergänge besser als ein langer Ausflug, besonders bei warmem Wetter. Ihr dichtes Fell macht sie anfällig für Überhitzung, daher sollten hohe Temperaturen vermieden und für Schatten und Wasser gesorgt werden.

Minimierung von Umweltrisiken

Während die Forschung noch andauert, können folgende allgemeine Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden:

– Vermeidung von Passivrauchen
– Den Kontakt mit Rasenpflegeprodukten und Pestiziden nach Möglichkeit reduzieren.
– Haushaltschemikalien sicher aufbewahren
– Sonnenschutzmaßnahmen für hell pigmentierte Hautpartien anwenden, wenn Ihr Hund viel Zeit in der starken Sonne verbringt.

Diese Maßnahmen können Risiken nicht vollständig ausschließen, aber sie können dazu beitragen, ein gesünderes Umfeld zu schaffen.

F. Optionale integrative Versorgung: Ergänzung der konventionellen Behandlung

Manche Besitzer von Berner Sennenhunden mit Tumoren oder Krebs suchen neben der Standard-Tierarztbehandlung auch nach integrativen oder ganzheitlichen Ansätzen. Dazu gehören beispielsweise:

– Akupunktur für Wohlbefinden und Beweglichkeit
– Sanfte Massage oder Physiotherapie zur Unterstützung der Bewegung
– Allgemeine Wellness-Ansätze zur Förderung von Vitalität und Stressabbau

Es ist wichtig, diese Methoden als Ergänzung – nicht als Alternative – zur herkömmlichen Diagnose und Behandlung zu betrachten. Immer:

– Besprechen Sie alle integrativen Behandlungsoptionen mit Ihrem Haustierarzt oder einem Tieronkologen.
– Stellen Sie sicher, dass alle Anbieter über jede angewendete Therapie und jedes verwendete Nahrungsergänzungsmittel informiert sind.
– Vermeiden Sie Produkte, die behaupten, Krebs zu heilen oder eine medizinische Behandlung zu ersetzen.

Ziel der integrativen Medizin ist es häufig, Komfort, Appetit, Mobilität und die allgemeine Lebensqualität zu verbessern und dabei mit der modernen Tiermedizin zusammenzuarbeiten.

Abschluss

Berner Sennenhunde haben ein überdurchschnittlich hohes Risiko für schwere Krebserkrankungen, darunter histiozytäre Sarkome, Lymphome, Mastzelltumore und Knochentumore. Indem Sie auf frühe Warnzeichen achten – wie neu aufgetretene Knoten, Gewichts- oder Energieveränderungen, anhaltende Lahmheit und ungewöhnliche Blutungen – können Sie dazu beitragen, dass Ihr Hund rechtzeitig untersucht wird. Sorgfältige Pflege im Alter, regelmäßige Tierarztbesuche und die Förderung des allgemeinen Wohlbefindens spielen eine entscheidende Rolle für die Gesundheit Ihres Berners. Die enge Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt für eine kontinuierliche, rassespezifische Überwachung bietet die besten Chancen auf Früherkennung und höchste Lebensqualität in jedem Alter.

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